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Gesundheit

Dammmassage in der Schwangerschaft: Eine ruhige Anleitung Schritt für Schritt

Die Dammmassage kann das Dammgewebe auf die Geburt vorbereiten und das Risiko für Verletzungen senken. Hier erfährst du, ab wann du beginnen kannst, wie die Massage Schritt für Schritt abläuft und worauf du achten solltest.

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 26. April 2026

Das Nayeli-Team

Das Nayeli-Team

Redaktion

Schwangere Frau bereitet sich in ruhiger Atmosphäre mit Öl auf die Dammmassage vor

Die Dammmassage ist vielen Schwangeren ein Begriff – und gleichzeitig ein Thema, über das nur wenige offen sprechen. Das liegt nicht daran, dass die Massage kompliziert wäre. Sondern daran, dass es sich für viele Frauen zunächst ungewohnt oder intim anfühlt, den eigenen Körper auf diese Weise vorzubereiten.

Dabei ist die Dammmassage eine sanfte, praktische Möglichkeit, das Gewebe zwischen Vagina und After auf die Dehnung während der Geburt vorzubereiten. Sie kann das Risiko für einen Dammriss oder Dammschnitt senken – ohne Garantie, aber mit nachweisbarem Effekt. In diesem Artikel erfährst du, wann und wie du mit der Massage beginnen kannst, was du dafür brauchst und wie die Technik Schritt für Schritt funktioniert.

Wichtig vorweg

Die Dammmassage ist eine Option, keine Pflicht. Wenn sie sich für dich nicht richtig anfühlt, gibt es Alternativen – und es ist völlig in Ordnung, darauf zu verzichten.

Was ist die Dammmassage – und warum kann sie helfen?

Der Damm ist das Gewebe zwischen dem unteren Ende der Vagina und dem After. Während der Geburt wird dieses Gewebe stark gedehnt, wenn der Kopf des Babys durch den Geburtskanal kommt. Bei vielen Frauen dehnt sich der Damm ausreichend – bei manchen reißt er ein, manchmal wird auch ein Schnitt gesetzt, um Platz zu schaffen.

Die Dammmassage dient dazu, die Dehnbarkeit des Dammgewebes und die Entspannungsfähigkeit des Beckenbodens zu fördern.
BZgA Familienplanung

Die Massage fördert die Durchblutung, macht das Gewebe weicher und hilft dir, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sich Dehnung anfühlt. Das kann mental genauso wichtig sein wie körperlich – du lernst, dich zu entspannen, auch wenn es zieht.

Das senkt das Risiko für einen Dammriss, der genäht werden muss, sowie für einen Dammschnitt.
BZgA Familienplanung

Wichtig ist: Die Massage kann das Risiko senken, nicht verhindern. Viele Faktoren spielen bei der Geburt zusammen – die Massage ist nur einer davon.

Ab wann und wie oft sollte ich massieren?

Die meisten Empfehlungen raten dazu, etwa vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zu beginnen – das entspricht etwa der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Früher ist nicht nötig, später bringt es meist immer noch etwas.

in den sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin den Damm täglich massieren, am besten mit einem naturbelassenen Öl
BZgA Familienplanung

Die Bandbreite bei der Häufigkeit ist groß: Einige Quellen empfehlen tägliche Massage, andere sprechen von ein- bis zweimal pro Woche. Studien zeigen einen Effekt schon bei regelmäßiger, aber nicht zwingend täglicher Anwendung. Eine realistische Empfehlung liegt bei drei- bis viermal pro Woche – wenn du öfter schaffst, ist das gut, wenn seltener, ist das auch okay.

Druck rausnehmen

Auch wenn du nur einmal pro Woche massierst oder erst ab Woche 38 beginnst, kann das Gewebe davon profitieren. Perfektion ist hier nicht das Ziel.

Eine Massage dauert etwa zwei bis fünf Minuten – nicht länger. Das Gewebe braucht keine Marathon-Sitzungen, sondern regelmäßige, sanfte Reize.

Was brauche ich für die Dammmassage?

Du brauchst nicht viel – die Massage ist bewusst einfach gehalten. Das Wichtigste ist ein geeignetes Öl und ein ruhiger Moment für dich.

  • Ein hautverträgliches, parfümfreies Öl – zum Beispiel Mandelöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl oder ein spezielles Dammmassageöl aus der Apotheke
  • Saubere Hände und kurze, glatte Fingernägel – Verletzungsgefahr vermeiden
  • Optional: ein warmes Bad oder eine warme Dusche vorher – das entspannt das Gewebe zusätzlich
  • Optional: ein Heublumensitzbad vor der Massage – fördert die Durchblutung
  • Einen ruhigen Ort, an dem du dich wohlfühlst und nicht gestört wirst

Wichtig ist, dass das Öl für den Intimbereich geeignet ist – also keine ätherischen Zusätze, keine Duftstoffe, keine reizenden Inhaltsstoffe. Im Zweifelsfall kannst du deine Hebamme oder Apotheke um eine Empfehlung bitten.

Die Dammmassage Schritt für Schritt

Die Massage selbst ist einfach, sobald du ein Gefühl dafür entwickelt hast. Beim ersten Mal kann es sich ungewohnt anfühlen – das ist normal und legt sich mit der Zeit.

  1. Finde eine bequeme Position: halb liegend im Bett mit angezogenen Beinen, auf dem Boden mit dem Rücken an der Wand, oder stehend mit einem Bein auf dem Badewannenrand. Wichtig ist, dass du entspannt bist und gut an den Damm herankommst.
  2. Wasche deine Hände gründlich und trockne sie ab. Gib etwas Öl auf deinen Daumen – nicht zu viel, aber genug, dass alles gut gleitet.
  3. Führe den Daumen etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Vagina ein – in Richtung After. Das kann sich zunächst ungewohnt anfühlen, sollte aber nicht schmerzhaft sein.
  4. Bewege den Daumen in einer sanften U-Form oder kreisenden Bewegung nach unten, in Richtung Damm. Stell dir eine Uhr vor: Die Bewegung verläuft von etwa drei Uhr über sechs Uhr bis neun Uhr – also von einer Seite des Damms zur anderen.
  5. Übe dabei sanften Druck nach unten und außen aus, sodass du eine leichte Dehnung spürst. Es darf ziehen, aber nicht wehtun. Wenn es schmerzt, reduziere den Druck.
  6. Halte die Dehnung für einige Sekunden, atme ruhig weiter und versuche, bewusst zu entspannen – besonders den Beckenboden.
  7. Wiederhole die Bewegung für etwa zwei bis fünf Minuten. Du kannst auch mit Zeige- und Mittelfinger massieren, wenn dir das angenehmer ist.

Am Anfang wirst du vielleicht nur wenig Dehnung spüren – das ist okay. Mit der Zeit wird das Gewebe nachgiebiger, und du bekommst ein besseres Gefühl dafür, wie viel Druck sich richtig anfühlt.

Tipp

Atme während der Massage bewusst tief in den Bauch. Das hilft dir, den Beckenboden zu entspannen – genau wie später bei der Geburt.

Wann sollte ich die Dammmassage nicht machen – oder abbrechen?

Es gibt Situationen, in denen die Dammmassage nicht empfohlen wird oder sogar schaden könnte. Im Zweifel sprich immer mit deiner Hebamme oder Frauenärztin, bevor du beginnst.

  • Vorzeitige Wehen oder erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt – jede zusätzliche Stimulation kann kontraproduktiv sein
  • Vaginale Infektion, Pilz oder offene Wunden im Intimbereich – erst auskurieren, dann massieren
  • Krampfadern oder starke Schwellung im Dammbereich – Massage kann unangenehm oder schädlich sein
  • Starke Schmerzen während der Massage – Dehnung darf ziehen, aber nicht wehtun
  • Blutungen oder unklare Beschwerden – immer ärztlich abklären lassen

Wenn die Massage sich falsch anfühlt, brich sie ab. Dein Körper gibt dir meistens ein klares Signal, was ihm guttut und was nicht.

Darf mein Partner die Massage übernehmen?

Ja, das ist möglich – und für manche Paare eine schöne Möglichkeit, gemeinsam auf die Geburt zuzugehen. Die Massage ist intim, und genau das kann sie auch verbindend machen.

Wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst. Manche Frauen bevorzugen es, die Massage selbst durchzuführen, weil sie das eigene Gespür für Druck und Dehnung besser einschätzen können. Andere empfinden es als Entlastung, wenn der Partner übernimmt.

Wenn dein Partner massiert, ist Kommunikation entscheidend: Sag klar, was sich gut anfühlt, was zu viel ist und wann du eine Pause brauchst. Die Massage sollte für beide eine ruhige, entspannte Erfahrung sein – kein Test und kein Druck.

Was, wenn mir die Dammmassage unangenehm ist?

Nicht jede Frau findet die Dammmassage angenehm oder sinnvoll – und das ist völlig in Ordnung. Es gibt Alternativen, die ebenfalls das Gewebe vorbereiten oder die Geburt erleichtern können.

  • Heublumensitzbäder – fördern die Durchblutung und entspannen das Gewebe, ohne dass du aktiv massieren musst
  • Beckenbodentraining – hilft dir, die Muskulatur bewusst anzuspannen und loszulassen, was bei der Geburt wichtig ist
  • Geburtsvorbereitende Akupunktur – wird von vielen Hebammen angeboten und kann den Körper sanft auf die Geburt einstimmen
  • Atemübungen und Entspannungstechniken – trainieren genau das, was du unter der Geburt brauchst: loslassen trotz Anspannung

Du musst nichts tun, was sich für dich falsch anfühlt. Die Dammmassage ist eine Möglichkeit – keine Voraussetzung für eine gute Geburt.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Beginne etwa vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin – also ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche
  • Massiere drei- bis viermal pro Woche für etwa zwei bis fünf Minuten – auch seltener bringt noch etwas
  • Nutze ein hautverträgliches, parfümfreies Öl wie Mandel-, Weizenkeim- oder Jojobaöl
  • Führe den Daumen zwei bis drei Zentimeter in die Vagina ein und massiere in U-Form nach unten – sanfter Druck, keine Schmerzen
  • Atme ruhig weiter und versuche, den Beckenboden bewusst zu entspannen
  • Bei vorzeitigen Wehen, Infektionen oder Schmerzen: pausieren und mit Hebamme oder Ärztin sprechen
  • Die Massage kann das Risiko für Dammrisse und -schnitte senken – garantiert aber nichts
  • Wenn dir die Massage unangenehm ist, gibt es Alternativen wie Heublumenbäder oder Beckenbodentraining

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich mit der Dammmassage beginnen?

Die meisten Empfehlungen raten dazu, etwa vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zu beginnen – das entspricht der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Früher ist nicht nötig, später bringt es meist trotzdem noch etwas.

Wie oft sollte ich die Dammmassage machen?

Eine gute Orientierung sind drei- bis viermal pro Woche für jeweils zwei bis fünf Minuten. Tägliche Massage ist möglich, aber nicht zwingend nötig. Auch ein- bis zweimal pro Woche kann das Gewebe positiv beeinflussen.

Welches Öl eignet sich am besten für die Dammmassage?

Geeignet sind hautverträgliche, parfümfreie Öle wie Mandelöl, Weizenkeimöl oder Jojobaöl. Auch spezielle Dammmassageöle aus der Apotheke sind eine gute Wahl. Wichtig ist, dass das Öl keine reizenden Zusätze enthält.

Kann die Dammmassage einen Dammriss verhindern?

Die Dammmassage kann das Risiko für einen Dammriss oder Dammschnitt senken, aber nicht sicher verhindern. Viele Faktoren spielen bei der Geburt eine Rolle – die Massage ist eine sinnvolle Vorbereitung, aber keine Garantie.

Darf ich die Dammmassage bei vorzeitigen Wehen machen?

Nein, bei vorzeitigen Wehen oder erhöhtem Frühgeburtsrisiko solltest du auf die Dammmassage verzichten. Sprich in jedem Fall vorher mit deiner Hebamme oder Frauenärztin, wenn du unsicher bist.

Was kann ich tun, wenn mir die Dammmassage unangenehm ist?

Wenn dir die Massage unangenehm ist, gibt es Alternativen: Heublumensitzbäder fördern die Durchblutung, Beckenbodentraining hilft dir, loszulassen, und geburtsvorbereitende Akupunktur kann ebenfalls sinnvoll sein. Die Massage ist keine Pflicht.

Quellen

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