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Checkliste nach der Geburt: Alles, was du wirklich brauchst

Die ersten Wochen mit Baby sind eng getaktet. Diese ruhige Checkliste zeigt dir, was nach der Geburt wirklich erledigt werden muss – ohne Hektik, ohne Überforderung.

9 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 25. April 2026

Das Nayeli-Team

Das Nayeli-Team

Redaktion

Frische Mutter mit Neugeborenem auf der Couch, Notizbuch und Kaffeebecher daneben

Die Geburt ist geschafft – und plötzlich liegt eine ganz neue Phase vor dir. Wochenbett, Behördengänge, Anträge, das Leben mit einem Neugeborenen. Vieles davon klingt nach viel auf einmal, ist aber gut machbar, wenn du weißt, was wann dran ist.

Diese Checkliste sortiert die ersten Wochen nach der Geburt in ruhige Schritte. Manches ist medizinisch wichtig, manches bürokratisch, manches einfach hilfreich. Du musst nichts an einem Tag erledigen.

Wichtig zuerst

Die ersten Tage gehören dir und deinem Baby. Behörden und Anträge dürfen warten – die meisten Fristen liegen bei einer bis vier Wochen.

In der ersten Woche: Geburtsanzeige und erste Wege

Die Geburt deines Kindes muss innerhalb einer Woche beim Standesamt angezeigt werden. In den meisten Kliniken übernimmt das eine Mitarbeiterin direkt vor Ort – du unterschreibst nur, dein Partner oder eine Begleitperson kann das auch erledigen. Wenn du zu Hause oder im Geburtshaus geboren hast, geht ihr selbst zum Standesamt.

Die Geburt eines Kindes ist innerhalb einer Woche beim zuständigen Standesamt anzuzeigen.
Personenstandsgesetz § 18 – Bundesministerium der Justiz
  • Mutterpass und Geburtsbescheinigung der Klinik bereitlegen
  • Personalausweise beider Eltern dabei haben
  • Eheurkunde oder Vaterschaftsanerkennung mitnehmen
  • Beglaubigte Geburtsurkunden bestellen (für Elterngeld, Kindergeld, Krankenkasse – je 5–10 Stück)

Auch praktisch: In dieser Woche meldet sich deine Wochenbett-Hebamme. Sie kommt in den ersten zehn Tagen täglich, danach seltener. Wenn du noch keine hast, ruf den Hebammen-Notdienst deiner Region an – Wochenbettbetreuung ist ein Anspruch der gesetzlichen Krankenkasse.

Innerhalb von vier Wochen: Anträge stellen

Die wichtigsten Anträge nach der Geburt haben verschiedene Fristen. Elterngeld und Kindergeld werden rückwirkend nur drei bzw. sechs Monate ausgezahlt. Wer jetzt 30 Minuten investiert, vermeidet später Geldverluste.

  1. Elterngeld bei der zuständigen Elterngeldstelle deines Bundeslandes beantragen (online oder per Post). Drei Monate rückwirkend möglich – früher beantragen lohnt sich.
  2. Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit anmelden. Online möglich, Auszahlung rückwirkend bis sechs Monate.
  3. Baby bei deiner Krankenkasse anmelden. In den ersten zwei Monaten ist das nahtlos rückwirkend ab Geburt möglich.
  4. Mutterschaftsgeld bzw. Arbeitgeberzuschuss vom Arbeitgeber anfordern (falls noch nicht laufend bezahlt).

Tipp: Lege dir eine Mappe an oder ein Foto-Album im Handy für alle Bescheinigungen. Du wirst sie bei verschiedenen Stellen mehrfach brauchen.

Im Wochenbett: Was dein Körper jetzt braucht

Das klassische Wochenbett dauert acht Wochen. In dieser Zeit heilt dein Körper – Gebärmutter, Beckenboden, Hormone, gegebenenfalls Geburtswunden oder Kaiserschnittnarbe. Viele Frauen unterschätzen, wie lange das wirklich dauert.

Realistisch in den ersten Tagen

  • Liegen, schlafen, essen, stillen oder Fläschchen geben – mehr nicht
  • Wundheilung beobachten: Geburtsverletzungen oder Kaiserschnittnarbe einmal täglich anschauen lassen
  • Wochenfluss kontrollieren – Hebamme einweisen, wann sie sich Sorgen macht
  • Trinken und essen, was dir guttut. Verzichte auf Diät-Pläne

Ab Woche 2 bis 6

  • Vorsichtig mehr bewegen, aber kein Sport, kein Heben über Babygewicht
  • Rückbildungskurs ab etwa Woche 8 (nach Spontangeburt) bzw. 10–12 (nach Kaiserschnitt)
  • U2 (Tag 3–10) und U3 (Woche 4–5) Vorsorgeuntersuchungen für dein Baby beim Kinderarzt
  • Eigene Nachsorgeuntersuchung bei deiner Frauenärztin nach 6–8 Wochen

Falls du dich überfordert fühlst, traurig bist oder nicht runterkommst: Das ist nicht selten und nicht peinlich. Sprich mit deiner Hebamme. Sie hat Erfahrung mit Baby Blues und kennt Ansprechpartner, falls mehr dahintersteckt.

Ausstattung, die wirklich nötig ist

Vieles, was vor der Geburt empfohlen wird, brauchst du erst nach den ersten Tagen – manches nie. Das hier ist das, was Wochenbett-Hebammen tatsächlich auf ihrer Liste haben.

  • Wickelplatz mit Wickelunterlage, Windeln (Größe 1 oder 2), Feuchttücher oder Waschlappen, Wundschutzcreme
  • Schlafplatz fürs Baby (Beistellbett, Stubenwagen oder Wiege) mit Schlafsack – keine Decke, kein Kissen
  • Babykleidung in 50/56 und 62 (jeweils 5–7 Bodys, Strampler, Mützchen, Söckchen)
  • Stillzubehör (falls du stillst): Stilleinlagen, bequemer Still-BH, eventuell Lanolin-Creme
  • Flaschen und Pre-Nahrung als Backup – für die Nacht oder bei Stillproblemen
  • Babyschale fürs Auto, am besten vor der Geburt einbauen lassen

Was du erst später kaufst: Babywippe, Hochstuhl, Babyphone (manche brauchen es nie), Spielzeug, Pulli ab Größe 68. Vieles entscheidet sich, wenn du dein Baby kennenlernst.

Mental und sozial: kleine Routinen, die helfen

Die emotionale Seite des Wochenbetts wird oft übersehen. Du bist müde, hormonell durcheinander, und das Leben hat sich grundlegend verändert. Das ist normal – und es hilft, ein paar einfache Routinen früh zu etablieren.

  • Eine warme Mahlzeit am Tag, die dir jemand kocht oder bringt
  • Mindestens ein 30-Minuten-Spaziergang ab der zweiten Woche, wenn der Körper es zulässt
  • Besuche dosieren – die ersten zwei Wochen ist weniger fast immer mehr
  • Eine Vertrauensperson, mit der du täglich kurz redest – auch nur über den Alltag
  • Schlafen, wenn dein Baby schläft. Nicht aufräumen, nicht antworten, nicht scrollen

Wenn du nach der zweiten Woche durchgehend traurig, leer oder gereizt bist: Das kann Wochenbett-Depression sein. Wir haben dazu einen ausführlichen Artikel über Depression nach der Geburt – mit Erkennungsmerkmalen, Ansprechpartnern und Ermutigung, sich frühzeitig Hilfe zu holen.

Das PDF zum Mitnehmen

Eine Checkliste nach der Geburt als PDF ist hilfreich, wenn du die wichtigsten Punkte offline dabeihaben möchtest – oder dem Partner, der Familie oder der Wochenbetthebamme einen Überblick geben willst, was bei dir gerade läuft.

Wir arbeiten an einer kompakten PDF-Version dieser Liste. Wenn du dich für Nayeli registrierst, bekommst du sie kostenlos zugeschickt – plus eine wochenweise Erinnerung, was bei deinem Baby gerade dran ist (Vorsorgeuntersuchungen, Antragsfristen, kleine Meilensteine).

Bis dahin: Druck dir gerne diese Seite aus. Sie deckt das ab, was du in den ersten acht Wochen brauchst.

Häufige Fragen

Was muss ich nach der Geburt sofort erledigen?

Geburt beim Standesamt anzeigen (innerhalb einer Woche – meistens übernimmt das die Klinik) und dein Baby bei der Krankenkasse anmelden. Alles andere darf in den ersten 14 Tagen warten.

Wie schnell muss ich Elterngeld beantragen?

Elterngeld wird maximal drei Lebensmonate rückwirkend gezahlt. Idealerweise reichst du den Antrag in den ersten 4 Wochen nach der Geburt ein – die nötigen Unterlagen kannst du schon vor der Geburt zusammenstellen.

Wann darf ich wieder Sport machen?

Frühestens nach der Nachsorgeuntersuchung in Woche 6–8, und auch dann sehr sanft. Der Rückbildungskurs ist der empfohlene Einstieg. Joggen, schweres Tragen oder Bauchmuskeltraining lieber erst nach Woche 12.

Wie viel kostet ein Hebammen-Wochenbett?

Nichts – die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Wochenbettbetreuung vollständig. Privat Versicherte sollten vorher mit ihrer Versicherung klären, welche Leistungen abgerechnet werden.

Was, wenn ich keine Hebamme gefunden habe?

Dein Frauenarzt und Kinderarzt übernehmen einen Teil der Begleitung. Es gibt regionale Hebammen-Notdienste und Beratungstelefone (z. B. der Deutsche Hebammenverband). Auch viele Kliniken bieten Nachsorge an.

Quellen

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